Die Jury

Dave Lojek

Barbara Danter

Kaspar Karven


Die Gewinner des “Johann Philipp Palm Filmpreis” in der Kategorie  Kurzfilm.
Herzlichen Glückwunsch!


1. Platz: „Hausarrest“ von Matthias Sahli

Schweiz ; 2015  Regie; Matthias Sahli ; Fiction, 13 min

Begründung:

In einer Epoche der Vereinsamung und Abstumpfung wird das Thema der Kommunikation zwischen Maschine und Mensch akuter. Wie wäre es wohl, eine künstliche Intelligenz als wohlmeinende Fußfessel zu ertragen für 180 Tage Hausarrest? Einerseits ist das für den Staat billiger als Kost und Logis im Gefängnis, andererseits haben solche Geräte gerne kleine Macken. Unser Antiheld Max muss sich mit Vandalen und Gebell herumplagen, während sein mobiler Aufseher Percy um dessen Gesundheit besorgt ist.

Die Jury verleiht dem Filmstudenten Matthias Sahli aus Zürich den Hauptpreis des Inn Kurzfilmfestivals 2016 für die originellste Idee, minimalistische aber angemessene Umsetzung und die kongeniale Arbeit mit Stimmen und Tongestaltung, die uns exemplarisch für den trockenen und bisweilen morbiden Humor aus dem Schweizer Dorf erscheint. Ausdrücklich loben wir das Drehbuch, die Schauspieler und die Publikumstauglichkeit durch den effektiven Einsatz der Mittel. Auch beim mehrmaligen Ansehen des Kurzfilms, entdeckt man noch Details, Gags und Ebenen. Bereichere bitte die Kurzfilmweilt weiter mit deinem Stil, Matthias!


2. Platz: „AlieNation“ von Laura Lehmus

Deutschland ; 2014; Regie: Laura Lehmus; 6 Min.

Begründung:

Der Film „Alienation“ zeigt auf wunderbar humoristische Weise das Abbild einer pubertierenden Generation ohne dabei seine Protagonisten vorzuführen.

Visuell einfallsreich spielt der Film mit der Vielfältigkeit der Animationstechniken und verbindet dabei zwei widersprüchliche Genres: Den Animationsfilm und den Dokumentarfilm.

Die Regisseurin beweist dabei einen hervorragenden Sinn dafür, stilistisch unterschiedlichstes Material zu einem in sich stimmigen Film zu verarbeiten.


3. Platz: „Food First“ von Pol Ponsarnau

Deutschland  2016; Regie: Pol Ponsarnau; 10 min

Begründung:

Liebe geht durch den Magen? In unserem 3. Gewinnerfilm gleichen sich die Dialoge zwischen zwei Pärchen bald dem Temperament ihrer spanischen Delikatessen an: Messerscharfe Klingen in der Küche, messerscharfe Konversationen am Tisch. In den zehn Spielminuten wird herausragendes, schauspielerisches Talent bewiesen, mit spitzer Sprache und präziser Schnitttechnik die sichtbare Restaurantwelt im Gästebereich mit der für den Kunden verborgenen Küche vereint. In „First Food“ wird auf amüsant-tragische Weise aus kulinarischem Hochgenuss schwer verdauliche Moral.


Der Gewinnern des „AMAG Austria Metall Filmförderpreis“ in der Kategorie Dokumentation.
Herzlichen Glückwunsch!


1.Platz  „Gleichgewicht“ von Bernhard Wenger

Deutschland 2015; Regie: Bernhard Wenger; 5 Min.

Begründung:

Dem Dokumentarfilm „Gleichgewicht“ gelingt es, dem Zuschauer in einer sehr kurzen Zeit eine ungewöhnliche Geschichte über einen Menschen zu erzählen, der mit Hilfe eines Fahrgeschäfts gelernt hat, mit seiner schweren Vergangenheit umzugehen. Mit ungewöhnlich stimmungsvollen und teils abstrakten Bildern schafft es der Regisseur, eine Nähe zu seiner Protagonistin aufzubauen. Dabei bedient sich der Film einfacher Mittel und macht ohne viel Pathos das traurige Schicksal einer jungen Frau und ihre eigenständige Befreiung daraus spürbar.


2.Platz „Schwerelos“ von Jannis Lenz

Österreich 2016 ; Regie: Jannis Lenz ;  9 min.

Begründung:

Was bewirken Beton-Bauten bei sportlichen Stadtkindern? Sie turnen halsbrecherisch darauf herum und filmen sich dabei. Durch Tongestaltung und einem langen Gedicht, bekommt diese Akrobatik eine Struktur, die uns zeigt, wie tristes Grau durch Übermütige in einen öffentlichen Spielplatz umgewidmet wird. Jugend drängt es nach Abenteuer und Wettstreit, nach Gefahr und Adrenalin. Die mitschwingende Melancholie über die Urbanisierung zeigt uns, dass Sportfilme auch ohne Drehbuch und Handlung auskommen können, wenn man nur schön die Kamerabewegungen stabilisiert. Diese Collage prämiert die Jury des Inn Kurzfilmfestivals in Braunau 2016 mit dem 2. Preis in der Sektion Dokumentarfilm.


3.Platz: „Betreuung  auf (nicht nur) „gut Deutsch“ von Sr. Katharina Franz und Andrea Maria Hutteger

Maria Hutteger Österreich 2016 ; Regie: Andrea Maria Hutteger; 18 min.

Begründung:

Schon in der Muttersprache gleicht es für Laien oft einem Mysterium, Medizinersprache zu entschlüsseln. Besitzen Arzt und Patient keine Kenntnisse der Sprache des anderen, potenzieren sich die Unsicherheiten. Die Dokumentation „Betreuung auf (nicht nur) ‚gut Deutsch‘“ behandelt das Thema der Sprachbarrieren in einem für Betroffene so wichtigen Bereich: der eigenen Gesundheit und der des anvertrauten Patienten. Mit geringsten Mitteln wird dem Publikum innerhalb von 18 Minuten die Tragweite des Problems dargelegt und Lösungsansätze vermittelt. Zugegeben, der Beitrag genießt als einzige Braunauer Produktion in diesem Kurzfilmfestival auch einen gewissen Heimvorteil und wird so zu unserem Platz drei in der Kategorie Dokumentarfilm.